Referenzprojekt

Patronian x Naturfreunde München-Giesing e.V.

Brandschutzbetrieb entwickelt Brandschutz- und Notfallkonzept für abgelegene Berghütte in den bayerischen Voralpen

1.
Erstausstattung auf Basis eines individuellen Brandschutzkonzepts
2.
Einsatz einer funkvernetzten Lösung

Projekt / Kunde

Selbstversorgerhaus „Gründhütte“ der Naturfreunde Deutschlands, Ortsgruppe Brecherspitze München-Giesing e.V.

Projektziel

Frühzeitige Branderkennung und schnelle Alarmierung zur gesicherten Selbstrettung und der Bekämpfung von Entstehungsbränden

Lösung

Einsatz funkvernetzter Rauchwarn- und CO-Melder in Kombination mit einem Alarmcontroller

Ausgangssituation

Berghütten nehmen im Brandschutz eine Sonderstellung ein. Während bei den meisten Gebäuden im besiedelten Raum davon ausgegangen werden kann, dass Feuerwehr und Rettungsdienst innerhalb weniger Minuten wirksame Hilfe leisten, gelten für abgelegene Schutzhütten völlig andere Rahmenbedingungen. Die Gründhütte befindet sich am Hirschberg oberhalb von Kreuth (Oberbayern) auf rund 1.200 m Höhe und ist nur über Forstwege sowie längere Fußwege erreichbar. In den Wintermonaten ist eine Zufahrt mit Kraftfahrzeugen regelmäßig nicht möglich. Selbst unter günstigen Bedingungen ist mit einer Anfahrtszeit der Feuerwehr von deutlich über 45 Minuten zu rechnen. Eine wirksame Menschenrettung oder Brandbekämpfung durch die Feuerwehr kann daher nicht vorausgesetzt werden und ist zeitgerecht nahezu ausgeschlossen. Die Erfüllung der Schutzziele des Brandschutzes muss deshalb weitgehend durch die Hütte selbst, ihre Nutzer und ihre technischen Einrichtungen sichergestellt werden.
Im Rahmen der fortlaufenden Modernisierung und Instandhaltung der Hütte hat Marc Herbst als Vereinsmitglied und Inhaber des Brandschutzbetriebs Patronian ein schutzzielorientiertes Brandschutz- und Notfallkonzept für die Hütte entwickelt. Der zweigeschossige Bau aus den 1950er Jahren, welcher über drei Schlaflager im Obergeschoss verfügt, bis zu 38 Personen als Übernachtungsgäste beherbergt und regelmäßig auch von größeren Kindergruppen genutzt wird stellte hierbei nochmals zusätzliche Anforderungen.

 

Projektbeschreibung

Zahlreiche Selbstversorger- und Schutzhütten stehen in den kommenden Jahren vor vergleichbaren Herausforderungen bei der Umsetzung von Brandschutz- und Notfallkonzepten. Gleichzeitig existieren bislang nur wenige praxisnahe Veröffentlichungen zu diesem Themenfeld. Im konkreten Fall dient das Konzept der freiwilligen Verbesserung der Sicherheitsorganisation auf der Hütte. Es basiert auf einer schutzzielorientierten Risikoanalyse, praktischen Erfahrungen vergleichbarer Objekte sowie allgemein anerkannten Grundsätzen des vorbeugenden Brandschutzes.
Der Schwerpunkt des Konzepts liegt daher auf der frühzeitigen Branderkennung, der
schnellen Alarmierung, der zweifelsfrei gesicherten Selbstrettung aller anwesenden
Personen sowie der Bekämpfung von Entstehungsbränden. Nur wenn ein Brand
bereits in seiner Anfangsphase erkannt und durch anwesende Personen wirksam
bekämpft wird, besteht eine realistische Chance, einen Totalverlust der Hütte zu
verhindern.
Als wesentlicher Bestandteil kommen hierfür funkvernetzte Rauchwarnmelder in allen
Schlaf-, Aufenthalts- und Technikräumen sowie den Fluchtwegen zum Einsatz.
Weiterhin werden in den Räumen mit Feuerstätten funkvernetzte CO-Melder
eingesetzt. Die Einbindung der Technik in ein vernetztes Komplettsystem stellt die
zeitgleiche Alarmierung in allen Bereichen der Hütte sicher und ermöglicht die
wirksame Selbsthilfe in der Frühphase von Schadereignissen während
Hüttenaufenthalten. Zur schnellen Identifikation des detektierenden Melders wird ein
Alarmcontroller verwendet.
Die eingesetzte Technik ist durch die nicht durchgehende Nutzung der Hütte extremen
Temperaturschwankungen ausgesetzt. Die Temperaturschwankungen und die
relative Feuchte in der Umgebung bewegt sich weiterhin im Rahmen des
Einsatzbereichs, dennoch wurden zusätzliche Maßnahmen zur Sicherstellung der
Betriebsbereitschaft ergriffen. Hierunter fallen unter Anderem kürzere Prüfintervalle
und die Schulung aller verantwortlichen Hüttenwarte auf die eingesetzte Technik.

Ich nutze die Hütte als Vereinsmitglied und Vater von zwei Kindern regelmäßig selbst. Das individuell entwickelte Brandschutz- und Notfallkonzept sowie die Unterstützung von Ei Electronics geben uns die Sicherheit, auch künftig beruhigt hier übernachten zu können. Gleichzeitig sind wir für Notfälle bestmöglich gewappnet und schaffen die Voraussetzungen dafür, die Hütte noch viele Jahrzehnte sicher zu betreiben und zu nutzen.

Marc Herbst, Inhaber vom Brandschutzbetrieb PATRONIAN
Ergänzende Informationen

Die brandschutztechnische Bewertung von Berghütten ist komplex. Ihre Nutzung entscheidet über gesetzliche Anforderungen an den Brandschutz, die Lage über Art und Weise der Maßnahmen zur Gefahrenabwehr. Daher erfordert jedes Objekt in seiner Einzigartigkeit einer isolierten Betrachtung und daraus folgend ebenso individuelle Planung und Maßnahmen. In jedem Fall raten wir zur Inanspruchnahme von professioneller Beratung.

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